1.-3. Generation

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Der Stammbaum der Grimms lässt sich bis Reinhard Grimm zurückverfolgen. Reinhard wurde 1645 geboren, drei Jahre vor dem Ende des Dreißigjährigen Krieges. Wo seine Wiege stand, wissen wir nicht. Einiges spricht für Seebeck, wo sein einziger Sohn Christoph Friedrich Verwalter war, oder Reselkow, wo dieser starb. Welchen Beruf Reinhard ausübte, ist nicht bekannt. Was wir wissen ist, dass er Sophie Hackbarth heiratete. In jungen Jahren eine bildhübsche Frau. Doch ihre Schönheit schwand schnell dahin. Kosmetikfarmen und geheime Mittelchen ewiger Jugend von Leuten wie Hildegard Knef waren damals noch völlig unbekannt. Die gepflegte Frau des 17. Jahrhunderts nahm Gänseschmalz mit Froschlaich synkretisiert - mit den damals noch unbekannten verheerenden Spätfolgen accelerierender epidermer Atrophie.

Schon mit 68 Jahren schrumpfte Sophies Gesicht zu einer Vogelscheuche (Klicken Sie auf das Bild und sehen Sie selbst!). Wen wundert es da, dass Reinhard sie eines Morgens im Ehebett erwürgte. Sie muss nicht lange gelitten haben, denn Reinhard war sehr kräftig. Reinhard fand in seinem Kegelbruder Adam einen verständnisvollen Dorfrichter. Der verurteilte ihn zu 50 Tagessätzen à 20 Heller. Umgerechnet 1 Taler, 2 Gulden, 4 Batzen, 3 Kreuzer und 4 Heller (falls ich mich verrechnet haben sollte, geb' ich einen aus).

Chr.Friedrich Rahmen-2.jpg (70972 Byte)Christoph Friedrich war die einzige Frucht, die der Liebe von Reinhard und Sophie im Jahre 1678 entsprang. ErMarie Burow  Bilderrahmen.jpg (60463 Byte) heiratete Marie Burow aus Ostenheide. 

Christophs organisatorisches Talent und Sinn für Zahlen waren weithin bekannt. Der Gutsherr von Seebeck holte ihn als Arrendator - wie die Verwalter damals genannt wurden - auf seinen Hof. 

 

kirche_reselkow_2001.jpg (120608 Byte)Christoph starb 1748 im Alter von 70 Jahren. Er wurde auf dem Friedhof neben der Kirche von Reselkow beigesetzt. Wahrscheinlich liegt hier auch sein Vater Reinhard begraben. Heute schmückt den Altar ein Bild von der schwarzen Madonna. Zu seinem Begräbnis hatte sichkirche_res_madonna_2001.jpg (67373 Byte) Christoph das Agnus Dei aus der h-Moll-Messe von Johann Sebastian Bach (BWV 232) gewünscht. Bach hat das Agnus Dei noch rechtzeitig vor Christophs Tod in das insgesamt 27 Teile umfassende opus summum - opus ultimum eingefügt.  Das Agnus Dei erklang zum ersten mal in dieser Kirche vor der kunstverständigen Dorfbevölkerung von Reselkow. Es wurde schnell ein Hit. Die Männer und Frauen des Dorfes summten es bei der Feldarbeit vor sich hin, die Buben und Mädchen übten es lautstark im Schulchor, und bald pfiffen es die Spatzen von den Dächern.

George Grimm Rahmen.jpg (63571 Byte)Christoph hatte 4 Kinder, darunter George. George wurde 1709 geboren und war ebenfalls Arrendator auf Seebeck. Er heiratete die 16 Jahre jüngere Martha Borchardt und zeugte mit ihr 6 Kinder. Martha Borchardt Rahmen.jpg (63018 Byte)

George war ein gebildeter Mann und Abonnent des Pommerschen Kulturmagazins. Aus ihm erfuhr er von Johann Wolfgang Goethes Geburt 1749 in Frankfurt am Main, und ein Jahr darauf von Johann Sebastian Bachs Tod 1750 im Alter von 65 Jahren in Leipzig. Schon bei George zeigte sich die musische Veranlagung der Grimmschen Sippschaft.

Auf Gut Seebeck - hier ein Foto aus dem Jahr 2001 - fanden regelmäßig Abendmusiken statt. George, im Arm seebeck_2001.jpg (104048 Byte) seine Gattin Martha haltend, lauschte oft am geöffneten Fenster seiner Kemenate den entfernten Klängen des berüchtigten Orchestre de Chambre de Seebeck, das der Gutsherr aus dem Hofgesinde zusammengestellt hatte. Besonders hatte es ihm das Konzert d-Moll für 3 Cembali, Streicher und Basso Continuo von Johann Sebastian Bach (BWV 1063) angetan. Dieses Stück hat Bach um 1730 für sich und seine Söhne Wilhelm Friedemann und Carl Philipp Emanuel, damals 20 bzw. 16 Jahre alt, als Übungsstück geschrieben. Möchten Sie den Anfang des Konzerts hören? Dann klicken Sie auf JA.

Die musische Erbanlage von George sollte 100 Jahre später bei seinem Enkel August Ferdinand voll zur Entfaltung kommen.

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