4.-6. Generation

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Christoph Friedrich II.jpg (61934 Byte)Christoph Friedrich, einer der Söhne von George, der auf den gleichen Vornamen wie sein Großvater getauft wurde, hielt es jedoch nicht lange in Seebeck. Ihn trieb die Gärung in die Ferne. Er zog mit seinen Eltern auf das 6 km entfernt gelegene Gut Grandhof.

Dort war er zunächst Verwalter. Später, durch Heirat mit Eleonore Fischer zu Vermögen gekommen, Pächter mitEleonore Fischer Rahmen.jpg (57746 Byte) einem ansehnlichen Haufen von Tagelöhnern und Schnittern aus Polen. Als Unternehmer ließ er andere für sich arbeiten und hatte daher genügend Muße, sich seiner geliebten Eleonore voll hinzugeben, die ihm 12 Kinder gebar.

grandhof_2001.jpg (131513 Byte)Das Gut Grandhof wird heute nicht mehr bewirtschaftet. Die Gebäude sind verfallen und einsturzgefährdet. Hier ein Foto aus jüngster Zeit. 

Als sein Sohn August Ferdinand 1808 geboren wurde, war Christoph Friedrich bereits 53 Jahre alt: Still going strong, wie man damals schon in Hinterpommern zu sagen pflegte. Er starb 1823 an einem Diätfehler: übermäßiger Genuss von Gerstensaft aus eigener Destille.

 

August Ferd.  R.jpg (65662 Byte)August Ferdinand war ein Tatmensch und Schöngeist zugleich. Er wollte höher hinaus und kehrte dem väterlichen Pachthof den Rücken. Er zog in das benachbarte Kölpin, um dort das Tischlerhandwerk zu erlernen.

Sein handwerkliches Geschick ließ ihn nicht nur die Dorfschönheit Marie Rüchel aus HohendrosedowMarie Ruechel  Rahmen.jpg (61611 Byte) ausfindig machen, die er vom Fleck weg heiratete - können wir ihm das verdenken? - er war auch kunstsinnig genug, die 12.112 Verse des Faust (einschließlich der letzten Zeile FINIS) aus dem Kopf zu rezitieren. Am liebsten tat er das in seiner suomalainen savuinen sauna (auf deutsch: finnischen Rauchsauna), die er mit Birkenscheiten aus der eigenen Tischlerwerkstatt befeuerte. By the way: mein Finnischlehrer Markku Knappila hätte mir vor 30 Jahren in Stockholm die Ohren langgezogen, denn korrekterweise hätte er natürlich den Inessiv als Casusform erwartet: suomalaisessa savuisessa saunassa.

Eigentlich wollte August Ferdinand Medizin studieren. Schuld daran war die Schülerszene aus Faust I, wo der als Faust verkleidete Mephistopheles dem ratsuchenden Schüler die Vorzüge  privater Hausbesuche bei der holden Weiblichkeit handgreiflich vor Augen führt.
 

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August Ferdinands Frau Marie hatte an der Stadtbühne des Ostseebades Kolberg als Wagnersängerin Karriere gemacht, diese jedoch nach Geburt ihres 1. Kindes aufgegeben. Aber zu Hause wurde weitermusiziert. Häufig begleitete August Ferdinand  seine geliebte Frau als Sieglinde oder Brünnhilde auf dem aus dem Preußischen Kulturbesitz erworbenen Hammerklavier. Darauf hatte schon Carl Philipp Emanuel Bach vor hundert Jahren gespielt,  als er Cembalist am Hofe Friedrich des Großen in Sanssouci war.

Hermann am H'Klavier.jpg (89583 Byte)Oft setzte sich auch ihr Lieblingssohn Hermann - mein Urgroßvater - spontan an das Klavier und begleitete seine Eltern als Tristan und Isolde. Die drei hatten der Uraufführung am 10.06.1865 in München beigewohnt. Anschließend luden sie den Dirigenten Hans von Bülow und das Ehepaar Vogl zu einem Umtrunk ins Hofbräuhaus ein. Wie Hermann später berichtete, hat man dort tüchtig einen gehoben. Er selbst bekam nach der achten Maß nur noch Limo, weil er erst 16 war. Mäßigung war eine der Tugenden meiner Vorfahren.

August Ferdinand und Marie liebten besonders die Stelle im Zweiten Aufzug, 2. Auftritt: "O sink hernieder, Nacht der Liebe...".  Dann schossen Hermann die Tränen in die hellblauen Augen, die Noten verschwammen vor seinem Blick, aber er spielte mit geschlossenen Augen weiter, so sehr war er von dem überirdischen Klang dieser Musik ergriffen. Ein Gemälde, das im Musikzimmer hing, erinnert an diese Begebenheit. Möchten Sie das Bild sehen und die Musik hören? Dann gehen Sie zum Anfang dieser Seite zurück und klicken auf die Schaltfläche: |Tristan und Isolde|.kirche_kolepin_2001.jpg (137245 Byte)

August Ferdinand liebte seine Tischlerwerkstatt gleich neben der Kölpiner Kirche. Die Werkstatt gibt es heute nicht mehr, aber die Kirche existiert noch. 

Als Johann Wolfgang Goethe 1832 stirbt, ist August Ferdinand gerade 24 Jahre jung. Er selbst stirbt 1883 in Kölpin,  Richard Wagner im gleichen Jahr in Venedig.  Marie stirbt 8 Jahre später in Kölpin, Cosima 47 Jahre später in Bayreuth.

Das hohe künstlerische Niveau dieser beiden Vorfahren ist in dem 51. Gen - kurzer Arm vom Chromosom 7 - der DNA, der Desoxyribomethylpersilamphitaminhydrohexasulphatlactatnukleinsäure der nachfolgenden Generationen unauslöschlich eingegraben. Liebe Ur-Ur-Großeltern, die nachfolgenden Generationen danken euch dafür.Aug.  Zarling  Rahmen.jpg (58430 Byte)

Hermann Grimm Rahmen.jpg (61708 Byte)August Ferdinands Sohn Hermann war das 6. von 7 Kindern, das Marie 1849 in Kölpin unter der Hobelbank zur Welt brachte. Hermann übernahm die Tischlerwerkstatt seines Vaters und heiratete Auguste Zarling aus Wisbu.

Hermann genoss nicht nur als Tischlermeister ein hohes Ansehen, er wurde Bürgermeister von Kölpin und saß als Abgeordneter im Kreistag von Kolberg-Körlin. Hermann hatte mit Auguste 4 Kinder: Wilhelm, Albert, Emma und Wilhelmine.

Hermann und Auguste starben beide im Jahr 1937 in Muddelmow.

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